Trans4mind
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1. Entwertung

Wenn Sie nach dem Willen eines Anderen handeln und Ihre eigenen Wünsche unterdrücken, haben Sie einen Teil Ihrer selbst mit der anderen Person identifiziert. Sie haben zugelassen, dass jemand anderer Sie bestimmt. Sie wurden auseinander genommen. Eine der hauptsächlichen Arten, wie dies zustande kommt, ist über Entwertung oder 'Unrecht tun'. Wenn jemand sagt, dass Ihre Anstrengungen 'nicht gut genug' waren oder dass Sie 'das nicht hätten tun sollen', dann beginnen Sie, sich selbst in Frage zu stellen. Sie fangen an, sich selbst zu beobachten und sich zu fragen 'Ist mit mir etwas nicht in Ordnung'? Wenn jemand Ihre Äußerungen oder Ihre Einstellung falsch einschätzt oder missversteht, dann sind Sie natürlich bestürzt, denn es bedeutet, dass der andere Sie nicht verstanden hat. Ihre Begeisterung schwindet. Es kann sein, dass Sie diese falsche Einschätzung akzeptieren - vielleicht weil die andere Person eine Autorität für Sie darstellt oder weil sie dominant ist. Wenn Sie Ihre eigenen Gefühle ignorieren und glauben, dass der andere recht hat, dann verhalten Sie sich nach seinem Willen, nicht nach Ihrem eigenen. Ein Teil von Ihnen hat sich mit der anderen Person identifiziert und sich von Ihrem wahren Ich abgespalten. Dem Teil von Ihnen, der dafür verantwortlich ist, eine Wahl zu treffen.

Das geschieht sehr häufig bei Kindern, wenn Sie das Verhalten Ihrer Eltern annehmen. Es ist auch gang und gäbe in Beziehungen, in denen sich der eine Partner den Erwartungen des anderen anpasst. Und es geschieht natürlich auch bei der Arbeit. Wenn unsere Ziele von einem anderen unterdrückt werden - auch wenn es gut gemeint sein sollte - so ist das letztendlich lebenszerstörend. Negative Bewertung (persönliche Kritik, Meinungen) durch andere können insbesondere in stressigen Zeiten kann extreme emotionale Erregung verursachen.

Übung: Wie man mit Entwertung umgeht
Es gibt viele verschieden Arten, wie andere Sie herabgesetzt haben könnten und infolgedessen Sie eingewilligt haben, eine untergeordnete Rolle zu spielen. Schauen Sie sich nochmals an, was passiert ist und fragen Sie sich:

  1. Welche Optionen habe ich gewählt?

    • Wofür habe ich mich im Hinblick auf mich selbst entschieden?
    • Was habe ich im Hinblick auf den oder die Anderen beschlossen?
    • Was habe ich beschlossen zu denken?
    • Welche Wahl habe ich getroffen im Hinblick darauf, wie ich mich fühle? Welche Emotion habe ich gewählt?
    • Welche Wahl habe ich getroffen bezüglich dessen, was ich tue?
    • Wie haben sich meine Entscheidungen auf mein Verhalten ausgewirkt, weiter vorwärts zu gehen?

  2. Was hätte ich stattdessen wählen können? Und welche Auswirkung könnte jede dieser Entscheidungen haben?

  3. Was kann ich Positives aus dieser Erfahrung lernen?
Das positive Lernergebnis ist die Erkenntnis, die Sie gewonnen haben, nachdem Sie erkannt haben, dass Sie sich für eine Richtung entschieden haben und diese ändern können, wenn Sie wollen.

Sie haben immer die Wahl. Wenn ein Straßenräuber Sie mit einem Revolver bedroht, können Sie entscheiden, ob Sie ihm Ihre Brieftasche geben. Er hätte Sie töten oder aufgeben und davonlaufen können. Aber Sie hatten die Wahl. Sie haben vielleicht entschieden, dass Sie ihm Ihre Brieftasche geben, was weise gewesen sein mag. Sie müssen jedoch nichts gegen Ihren Willen tun, Sie haben immer die Wahl.

Hier ist eine Liste der möglichen Arten, auf die Sie in der Vergangenheit vielleicht entwertet wurden oder auch jetzt im Moment werden. Gehen Sie für jede der Fragen, die auf Sie zutrifft, durch den oben angegebenen Prozess und schauen Sie, was Sie dabei lernen können und welchen Teil von Ihnen Sie wieder integrieren können.

  • Hat jemand gesagt, Sie haben kein Recht auf eine eigene Meinung?
  • Hat Sie jemand ungerechterweise kritisiert?
  • Hat jemand eine unfaire Generalisierung in Bezug auf Sie gemacht?
  • Hat sich jemand über Sie lustig gemacht?
  • Hat Ihnen jemand vermittelt, dass Sie unwichtig sind?
  • Hat jemand gesagt, dass Sie nicht da sein sollten?
  • Hat Ihnen jemand gesagt, dass Sie nicht dazugehören?
  • Hat Ihnen jemand gesagt, Sie könnten nicht gehen?
  • Hat Sie jemand gezwungen, seine Regeln zu befolgen?
  • Hat sich jemand mit einem Trick Ihr Einverständnis erschlichen?
  • Hat jemand über Sie geurteilt?
  • Hat Sie jemand dazu gebracht, etwas zu tun, was Sie nicht wollten?
  • Hat jemand für Sie entschieden?
  • Hat Ihnen jemand Ihre Wahlmöglichkeit genommen?
  • Hat Sie jemand übergangen oder Ihnen die Arbeit genommen?

Hier ist ein Beispiel. Vielleicht sagt meine Frau, dass ich ein unfähiger Liebhaber bin. Ich fühle mich gedemütigt, herabgesetzt und natürlich ärgere ich mich. Vielleicht akzeptiere ich, was sie sagt, nämlich dass ich tatsächlich ein schlechter Liebhaber bin und habe jetzt auch keine Lust mehr auf Sex. Ich habe mich dafür entschieden, das was sie sagte als die Wahrheit hinzunehmen. Wenn ich jetzt jedoch nochmal darüber nachdenke, dann sehe ich, dass sie einfach nur Worte ausgesprochen hat und vielleicht hatte sie ganz andere Gründe, zu sagen was sie gesagt hat - es gab zu diesem Zeitpunkt zweifellos eine Störung in der Kommunikation zwischen uns. Ich erkenne jetzt, dass Entwertung geschehen kann, wenn das was gesagt wird, nicht so gemeint ist (schließlich hat sie früher oft gesagt, dass ich ein großartiger Liebhaber bin), aber ein Anzeichen für eine wichtigere Störung ist. Eine solche Störung lässt sich über ehrliche und offene Kommunikation beheben. Das bedeutet für mich eine positive Lernerfahrung.