Trans4mind
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10. Loslassen

Die Arbeit, die wir hier machen ist für die persönliche Entwicklung bestimmt, nicht zur Psychotherapie. Wir gehen von einem Zustand aus, der die meiste Zeit einigermaßen glücklich und stabil ist und trachten danach, unser Leben dadurch zu verbessern, dass wir unsere Freiheit der Betrachtungsweise wiedererlangen - frei von kulturellen Konditionierungen und auch frei von fixen Ideen, die wir für uns erschaffen haben, einschließlich der unbewussten. Dann gehen wir weiter zu spirituellen Themen und dazu zu verstehen, wir wir uns unsere Lebenserfahrung vorstellen und erschaffen.

Wir erlangen unsere volle spirituelle Bewusstheit dadurch wieder, dass wir die Lektionen lernen, die das tägliche Leben für uns bereithält. Es mag Erlebnisse oder Themen in unserem Leben geben, an die wir nicht ohne Tränen oder Ärger denken können, Themen, bei denen es uns schwerfällt, uns mit ihnen zu konfrontieren und die das, was wir im Leben tun wollen gewaltig stören. Was können wir tun, um uns zusammenzureißen, von diesen Erfahrungen zu lernen und wieder effektiver auf unsere Ziele hin zu arbeiten?

Wir haben uns Gedanke-Gefühl-Verhaltensmuster angesehen, die durch denselben Reiz, d.h. durch sich wiederholende Umstände wieder in Gang gesetzt werden. Wie lassen wir sie los, damit nichts passiert, wenn derselbe Reiz wieder auftritt?

Es ist ein wichtiger Schritt hin zu Bewusstheit, sich dieses Auftretens eines auslösenden Reizes bewusst zu sein und es ist die halbe Miete bei der Auflösung des Themas. Zwei weitere Schritte sind das Erlösen der daraus entstehenden Emotion, sie zu akzeptieren und loszulassen. Dazu müssen Sie erkennen, dass das schmerzhafte Gefühl eine Energie ist, die Sie erschaffen, ein Gefühl, das Sie mit Akzeptanz erleben können anstatt mit Widerstand und das Sie weiterhin erschaffen können oder auch nicht. Der zweite Schritt ist herauszufinden, welche Interpretation diese schmerzhafte Emotion verursacht (der Schmerz ist tatsächlich der Widerstand). Was sagen Sie sich zum Zeitpunkt des Auftretens des erneuten Reizes? Welches Band läuft in Ihrem Kopf (oder vielleicht es es auch ein Bild mit damit verbundenen Gefühlen)? Ist die Interpretation/Überzeugung tatsächlich wahr oder ist sie eine Übertreibung, eine Übergeneralisierung, eine unnötigerweise negative oder intolerante Betrachtungsweise? Haben Sie sich der Sichtweise einer anderen Person angeschlossen oder identifizieren Sie sich mit ihr und es ist gar nicht Ihre eigene?

Es geht also darum, das Gefühl und den ihm vorausgehenden Gedanken loszulassen. Sich des Gefühls und Gedankens bewusst zu werden, anstatt einfach nur automatisch zu reagieren, ist der wichtige erste Schritt. Die Emotion zu erlösen und die Unwahrheit herauszufinden sind der zweite und dritte Schritt - und das ist tatsächlich ein Prozess der Ent-Identifizierung. Damit ist dem Verhaltensmuster die Grundlage entzogen und es kann nicht weiter existieren.

Die unten gezeigte von Lester Levenson entwickelte Methode des Loslassens hilft Ihnen dabei, die schmerzhafte Emotion wieder zu erleben, bis zu dem Punkt, an dem Sie erkennen, dass Sie die Emotion durch Ihre Interpretation von Ereignissen erschaffen und dass Sie nicht die Emotion sind, d.h. "Ich erschaffe das Gefühl, ärgerlich zu sein" anstatt "Ich bin ärgerlich". Wenn die Emotion akzeptiert wird, so dass Sie sie empfinden können oder auch nicht und trotzdem zufrieden sind, dann können Sie die Emotion loslassen.

Damit das Loslassen dauerhaft ist, müssen Sie auch den zugrundeliegenden irrationalen Gedanken, die Annahme, Entscheidung oder Absicht herausfinden und wie diese Ihre Emotionen gesteuert hat. Jetzt, nachdem die Emotion geklärt ist, wird sie nicht länger Ihre Sicht der Situation beherrschen und diese Gedanken werden aufgedeckt. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass Sie Ihre Meinung in dieser Hinsicht ändern und die Dinge anders sehen können, damit Sie sich in ähnlichen Lebenssituationen nicht mehr aufregen müssen und die Freiheit haben, sich auf eine Weise zu verhalten, die mehr im Einklang mit Ihren Lebenszielen ist.

Die Methode des Loslassens
Dies ist die gesündeste Art, mit einem Gefühl umzugehen, das uns verzehrt. Jeder von uns hat schon erfahren, wie wir mitten in einem Gefühlsaufruhr plötzlich über uns selbst gelacht haben, weil wir erkannt haben wie dumm oder unangemessen oder nutzlos unser Benehmen ist. Mit anderen Worten, wir sind bewusst geworden.

  1. Schritt: Auffinden. Denken Sie zuerst an einen problematischen Bereich in Ihrem Leben - etwas das sehr dringend und wichtig ist. Es kann sich um die Beziehung zu einer geliebten Person handeln, einem Elternteil oder einem Kind; es kann um Ihre Arbeit, Gesundheit oder Ängste gehen oder um jemand anderen. Vielleicht geht es um eine bestimmte Situation, in der Sie sich befinden oder um etwas, was gerade in der Welt vor sich geht. Oder es ist einfach nur das Gefühl, das Sie gerade empfinden.

  2. Schritt: Identifzieren Sie Ihr Gefühl. Bestimmen Sie Ihr Gefühl in Bezug auf den problematischen Bereich oder das derzeitige Gefühl. Welche Worte fallen Ihnen ein? Ist das genau das, was Sie fühlen? Falls nicht, präzisieren Sie es weiter.

  3. Schritt: Fokus. Was fühlen Sie tatsächlich? Verbinden Sie sich damit. Öffnen Sie sich, werden Sie sich der physischen Empfindungen bewusst, die mit dem Gefühl verbunden sind und konzentrieren Sie sich auf diese.

  4. Schritt Vier: Fühlen Sie Ihr Gefühl. Erzeugen Sie es vorsätzlich. Lassen Sie Ihr Gefühl Ihren ganzen Körper und Geist erfüllen. Wenn es sich bei dem Gefühl um Kummer handelt, kann es sein, dass Sie in Tränen ausbrechen; wenn es um Ärger geht, beginnt vielleicht Ihr Blut zu kochen. Das ist gut - es geht jetzt darum das Gefühl zu fühlen.

  5. Schritt Fünf: Unterscheiden Sie. Werden Sie sich des Unterschieds zwischen Ihnen selbst - SIE - und dem, was dieses Selbst FÜHLT, bewusst. Wird das Gefühl vollständig erlebt und akzeptiert, werden Sie an einem bestimmten Punkt eine klare Empfindung haben, dass Ihr Gefühl nicht Sie ist und es wird dann möglich, das Gefühl loszulassen.

    Wenn Sie nicht das Gefühl haben, dass es möglich ist, das Gefühl loszulassen, fühlen Sie es noch eine Weile länger. Früher oder später werden Sie an einen Punkt kommen, an dem Sie wahrheitsgetreu antworten: "Ja, ich konnte dieses Gefühl loslassen."

  6. Schritt Sechs: Lernen Sie die Lektion. Der wichtigste Aspekt dieser Vorgehensweise ist es, Lektionen zu lernen, die das Leben stellt. Solange Sie nicht erkennen, was Sie aus Ihren negative Emotionen lernen sollen, werden sie sich nicht dauerhaft auflösen, weil sie sich solange wieder erneut zeigen müssen, bis die Lektion ein für alle Mal gelernt wurde. Schließlich sind starke Emotionen ihrem ganzen Wesen nach Botschaften an Sie - nämlich, dass etwas gelernt werden will.

  7. Schritt Sieben: Loslassen. Wann werden Sie dieses Gefühl loslassen? Früher oder später werden Sie in der Lage sein, zu antworten: "Ich bin bereit, dieses Gefühl jetzt loszulassen". Entlassen Sie das Gefühl, lassen Sie es einfach los, falls Sie es nicht schon ganz spontan getan haben. Es fühlt sich gut an, es loszulassen - die gesamte Energie, die sich im Körper angestaut hat, wird freigesetzt. Die physische und nervliche Anspannung nimmt plötzlich ab. Sie werden sich entspannter, ruhiger, zentrierter, handlungsfähiger fühlen.

  8. Schritt Acht: Prüfen Sie nach. Haben Sie immer noch einen Rest dieses Gefühls? Wenn noch etwas da ist, dann durchlaufen Sie den Prozess erneut. Oft ist das Loslassen wie ein Brunnen - Sie lösen etwas und dann steigt mehr hoch. Einige unserer angestauten Emotionen sitzen so tief, dass es einiger Loslösungsprozesse bedarf.
Wenn Sie die Technik beherrschen, können Sie die Übung auf einige wenige Anweisungen komprimieren: "Könnte ich das loslassen? Bin ich bereit dazu? Wann?" Wenden Sie das jedesmal an, wenn Sie sich eines unangenehmen Gefühls bewusst werden und selbst dann, wenn Sie das Gefühl gerade erst zum ersten Mal erzeugen.

Wenn Sie erst einmal gelernt haben, loszulassen, werden Sie feststellen, dass schon alleine das Gewahrwerden eines Gefühls oft ausreicht, um ein natürliches, spontanes Loslassen auszulösen. Sie werden diese Fähigkeit in Ihr tägliches Leben integrieren, was einen stressfreien Geist und Körper bewirkt.