Trans4mind
Trans4mind

23. Die Kraft von Affirmationen

Wir beschließen oft, unser Verhalten zum Besseren zu verändern, neu anzufangen. Wir sprechen Affirmationen: Absichten die etwas bewirken sollen. Hier einige Hinweise hinsichtlich der Grenzen und möglichen Kraft von Affirmationen...

Affirmationen funktionieren immer. Alles, was Sie positiv denken oder visualisieren, darauf konzentrieren Sie sich und es wird sich daher manifestieren.

Zum Beispiel: "Ich will nicht arm sein."
Annahme: "Ich bin arm."
Fokus: "Armut."
Ergebnis: Über Armut nachdenken und sich in der Identität eines armen Menschen befinden. Also hat die Affirmation funktioniert, aber nicht so, wie Sie das beabsichtigt hatten.

Vielleicht sollte das positiv umformuliert werden? Zum Beispiel: "Ich will reich sein." Annahme: "Ich bin nicht reich." Wer will, was er schon hat? Wollen bedeutet nicht haben.
Fokus: Armut.
Ergebnis: Nicht reich sein.

Damit haben wir gelernt, dass es besser ist, im Präsens statt im Futur zu formulieren. Benutzen Sie nicht "wollen" und ähnliche Worte. Vielleicht ist dies eine bessere Affirmation: "Ich bin reich"? Aber wenn Sie reich sind, dann funktioniert das nicht, weil Sie es bereits erreicht haben, reich zu sein. Wenn Sie nicht reich sind, ist es eine Lüge. Deshalb funktioniert es nicht. Es muss eine bessere Formulierung geben...

Wie wäre es mit: "Angenommen, ich bin reich"? Angenommen, Sie haben alles, was reich sein für Sie bedeutet. Stellen Sie sich vor, das trifft ein. Sehen Sie sich selbst in dieser Situation. Dann schlüpfen Sie in dieses Bild von sich selbst und sehen, hören und fühlen Sie, wie es ist, reich zu sein.

Jetzt funktioniert's, nicht wahr? Es ist wahr, es drückt keinen unerwünschten Zustand aus und es ist in der Gegenwart. Zumindest in Ihrer Vorstellung sind Sie reich - Sie haben die Identität des Reichseins gefühlt und dass dies eine Ressource ist, die Sie nutzen können. Sie haben Ihre Haltung geändert und Ihre Sicht der Welt hat sich zum Besseren verändert. Wenn Sie eine positive Vision haben, die Ihnen real erscheint und etwas, das Sie wirklich wollen und mit dem Sie sich identifizieren, dann fließen die kreativen Energien ganz natürlich zu dieser Vision hin. Das ist überaus wirkungsvoll!

Alles in unserem Leben wird jedesmal, wenn wir es erleben, neu erschaffen, selbst wenn es etwas ist, das wir kaum wahrnehmen. Und doch sind wir uns dieser kreativen Affirmationen nicht bewusst. Da sind so viele, dass wir überwältigt wären, wenn wir an alle denken müssten. Wenn wir eine Mauer mit einem Vorschlaghammer einreißen wollen, dann müssen wir die Mauer erst erschaffen, ebenso wie die Kraft, sie einzureißen. Wir erschaffen eine widerstandsfähige Mauer und gleichzeitig eine entgegenwirkende Kraft. Das ist vielleicht nicht die sinnvollste Art, etwas zu tun!

Um dies als Vergleich zu verwenden, wenn wir etwas bekräftigen, selbst wenn wir uns dabei auf unsere Fähigkeit konzentrieren und darauf ehrlich zu sein, drücken wir gleichzeitig viele andere Affirmationen aus, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Wir erschaffen ein Problem und versuchen, eine ausreichend große Kraft zu erschaffen, um dieses Problem zu überwinden - wir können nicht auf wirksame Weise gewaltsam die Wahrheit herausfinden, wir versuchen es jedoch häufig! Wir verwenden eine Affirmation, aber unterbewusst erschaffen wir auch versteckte Hindernisse oder "Gegenabsichten" zu dieser Affirmation.

Diese Gegenabsicht ist vielleicht etwas, von dem wir in der Vergangenheit annahmen, dass es unserer Sicherheit dient oder unser Leben auf andere Weise besser macht. Es kann sich einfach nur um einen negativen Gedanken handeln, für den wir uns in einer stressreichen Zeit entschieden haben und den wir unbewusst weiter denken. Solche Gegenabsichten können Ansichten sein, mit denen uns unsere Eltern oder unsere Kultur bombardiert haben, als wir ein Kind waren und diese wurden dann zur Gewohnheit und haben sich damit unserer Bewusstheit entzogen.

Wenn Sie eine positive Absicht bekräftigen, ist es daher sehr hilfreich, die Gegen-absichten oder versteckten Hindernisse zu erkennen, die Sie gleichzeitig damit erschaffen. Was ist mit Ihrer Affirmation verknüpft, dem Sie sich widersetzen oder nicht zustimmen, unterdrücken oder versuchen zu vergessen?

Es ist wichtig, dass Sie die positive Absicht (Affirmation) als eine Schöpfung zu verstehen, die nach außen strömt und dabei auf Hindernisse trifft (versteckte Gegenabsichten), anstatt Ihre Affirmation als etwas zu verstehen, die einer von außen kommenden Gegenkraft Widerstand leistet oder sie bekämpft.

Werden Sie diese Hindernisse klar sehen, können Sie sie einfach loslassen oder Ihre Affirmation anpassen, so dass es keinen inneren Konflikt mehr gibt.

Es heißt, man solle Affirmationen nur positiv formulieren und nicht (zum Beispiel) "Ich werde nicht zuviel essen", weil der Verstand dies "positiv" interpretiert und das Ergebnis dann "Ich werde zuviel essen" ist. Wenn das so ist, warum werden dann negative Selbstgespräche wie "Ich werde nie Erfolg haben" vom Verstand nicht als "Ich werde Erfolg haben" interpretiert - warum diese "doppelte Moral"?

Die Antwort ist ein bisschen kompliziert, aber sie ist es Wert, verstanden zu werden. Die rechte Gehirnhälfte, die unsere Gefühle und damit Motivation/Aktion bestimmt (die das Universum dann durch die Geisteskraft widerspiegelt), interpretiert unsere Gedanken im Sinne der darunter liegenden (unbewussten) wahren Gefühle und unterscheidet deshalb nicht zwischen bewusster Akzeptanz oder Widerstand.

Es hört nicht auf ein "nicht" oder "nie", das ist ganz richtig beobachtet, was aber wichtiger ist, es interpretiert auf der Grundlage tatsächlicher Überzeugungen (auf der Ebene von Gefühlen), angeregt durch das Konzept dessen, was bewusst gedacht wird - es orientiert sich an dem, was dem unbewussten Glaubenssatz/Gefühl am ehesten entspricht.

"Ich werde nicht zuviel essen" ist eine Affirmation, die sich auf das Gefühl stützt, dass Sie viel essen akzeptieren und genauso wird es interpretiert, obwohl Ihr bewusster Verstand (linke Gehirnhälfte) sich dem widersetzt. Das Gefühl, essen zu wollen wird durch die Affirmation stimuliert, deshalb werden Sie höchstwahrscheinlich mehr essen. "Ich werde das essen, was ich will" wäre förderlicher, das es nicht im Widerspruch zur inneren Überzeugung steht und Ihnen die Macht der Wahl verleiht.

Dahingegen mag "Ich werde niemals erfolgreich sein" ein tief verankerter Glaubenssatz sein, der unbewusst akzeptiert wird, obwohl man bewusst Widerstand dagegen leistet. Wenn Sie das als Affirmation verwenden, wird es auf direktem Weg dieses innere Gefühl in Gang setzen und es wird demnach weniger wahrscheinlich, dass Sie erfolgreich sind - wenn hingegen Ihr inneres Gefühl tatsächlich "Ich werde erfolgreich sein" ist, dann werden sowohl "Ich werde erfolgreich sein" als auch "Ich werde niemals erfolgreich sein" dieses innere Gefühl von Zuversicht fördern. Wenn Sie jedoch die negative Formulierung zu oft benutzen und kann es sein, dass Ihre innere Überzeugung/Gefühl des Vertrauens auf Erfolg beginnt zu schwinden, daher ist es ratsam, keine negativen Affirmationen zu verwenden! Wenn Sie hingegen die Affirmation "Ich werde erfolgreich sein" verwenden, ohne sich vorher ein inneres Gefühl das dazu im Widerspruch steht, bewusst gemacht und es neu bewertet zu haben, so wird es wahrscheinlich nicht nützlich sein, weil Sie diese Affirmation nicht wirklich glauben.

Der Kernpunkt ist also, ob Ihre Affirmation mit Ihren tiefverwurzelten Überzeugungen übereinstimmt oder im Widerspruch zu ihnen steht. Das ist der wahre Grund, warum Affirmationen nicht unbedingt helfen, sondern im Gegenteil den inneren Konflikt verstärken und dazu dienen können, den inneren Glaubenssatz zu unterdrücken, anstatt ihn aufzulösen. Wenn Sie den inneren Glaubenssatz entdeckt und wirklich erkannt haben, dass er falsch ist - nicht rational/nützlich/wahr/Ihr eigener - dann können Affirmationen dazu dienen, den korrigierten Glaubenssatz zu bewahren und dafür sind sie wirklich nützlich.