Trans4mind
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8. Gedanke - Gefühl - Handlung

Es gibt da ein einfaches Modell, das ich hilfreich finde, um zu verstehen, wie unser Verstand arbeitet. Kurz gesagt sind es unsere Überzeugungen und Einstellungen, die die Emotionen und das daraus resultierende Verhalten steuern. Die Gedanken, die uns in besonders schwierigen Lebenslagen durch den Kopf gehen, können eine unangenehme oder selbstschädigende emotionale Reaktion auslösen, die zu einem Verhalten führt, das nicht zu unserem Besten ist.

Diese Gedanken stammen aus Zeiten, in denen sie die beste Lösung für schwierige Lebensumstände zu sein schienen und sie können ein Abkommen mit einer dominanten, bestimmenden oder überzeugenden Person sein oder stammen aus einer Schlussfolgerung aus einem Vorfall in unserem Leben, der ein Erfolg oder ein Fehlschlag war. Waren die ursprünglichen Umstände unangenehm und es wird schmerzhaft, darüber nachzudenken, so werden die sie begleitenden Gedanken, Entscheidungen und Absichten ebenfalls unterdrückt, arbeiten aber unbewusst weiter.

Wenn man sie ans Licht bringt, wird offensichtlich, dass die Gedanken das jetzige Leben unnötig beeinträchtigen. Die Übergeneralisierung, Übertreibung, Negativität, falsche Annahme oder Intoleranz hält der rationalen Überprüfung oft nicht stand. In der persönlichen Entwicklung können wir lernen, uns dieser Gedanken bewusst zu werden und sie objektiv zu untersuchen. Wir können uns des gegenwärtigen Moments besser bewusst werden und damit emotional intelligenter handeln (anstatt zu reagieren).

"Im Augenblick sein" bedeutet, genau jetzt bewusst wahrzunehmen, anstatt in unseren Gedanken festzustecken, die an die Zeit gekoppelt sind: vergangene Erinnerungen und Zukunftserwartungen.

Der Weg zu den Glaubensmustern führt über das Erkennen der Situation oder des Umstands, der unerwünschte Gefühle und das darauffolgende Verhalten auslöst und dann zu schauen, welche zugrunde liegenden Gedanken diese Reaktion steuern. Oft sind diese flüchtig und unbewusst, da sie mit schmerzhaften Ereignissen verbunden sind oder weil sie seit langem im Bewusstsein verankert sind als scheinbar sichere Lösungen für die Lebenssituationen und daher für selbstverständlich gehalten wurden - 'eingebaut' als Teil der eigenen Identität. Normalerweise sieht man nicht, wie man ist.

Es ist daher äußerst wichtig, die zugrunde liegenden Gedankenmuster zu finden, um unsere problematischen Reaktionen zu beseitigen. Objektiv betrachtet ist es eine große Erleichterung, weil die Entscheidung - und die sie begleitenden Glaubensmuster - für gewöhnlich ziemlich leicht verändert werden können.

Das geht so: Als Folge eines Erlebnisses trifft ein Mensch eine Entscheidung oder Absicht für die Zukunft, zum Beispiel "Männer sind egoistische Mistkerle, ich kann ihnen nicht trauen", was dann Teil ihres Glaubenssystems wird. Da die Erfahrung schmerzhaft war, wird sie zusammen mit der mit ihr einhergehenden Entscheidung unterdrückt, aber beide bleiben in Ihrem Bewusstsein eingeprägt und wirken weiter. Wird das vergangene Erlebnis durch ähnliche Sachverhalte in der Gegenwart wiederbelebt, wird die alte Entscheidung angewendet. Das Band wird unbewusst wieder abgespult. Es kann sein, dass die Entscheidung für die ursprünglichen Umstände passend und angemessen war, aber wahrscheinlich ist sie es nun nicht mehr - sie ist daher irrational und auch irgendwie dumm, d.h. sie beinhaltet vielleicht eine Annahme oder eine Generalisierung, die Intoleranz oder Negativität zur Folge hat.

Die aktuelle Situation wird gemäß diesen alten Überzeugungen und starren Ansichten interpretiert - wir halten an ihnen fest, weil wir denken, dass sie uns nützen - und der Mensch erzeugt so unangenehme Emotionen (Traurigkeit, Angst, Antagonismus, Ärger, usw.), die ihn dann dazu bringen, sich auf unangemessene und selbstschädigende Weise zu verhalten; wohingegen eine rationale und objektive Interpretation eine angemessene Verhaltensweise fördern würde, die ihm selbst mehr Macht verleihen würde.

Sie sind nicht für alles verantwortlich, was Ihnen zustößt (auch wenn Sie oft Ihren Teil dazu beitragen). Wofür Sie jedoch verantwortlich sind, ist die Art und Weise, wie Sie auf diese Ereignisse reagieren, wie Sie sie erleben und dann weitergehen. Ihre Reaktion hat drei Aspekte:

  • Eine mentale Reaktion, wie Sie die Situation interpretieren, was oft eine Wiederholung alter Muster ist, denen Sie als Teil Ihrer Identität verhaftet sind.
  • Eine emotionale Reaktion, die sich aus Ihrer Interpretation ergibt und bewirkt, dass Sie sich glücklich, zornig, traurig oder frustriert fühlen.
  • Und eine Verhaltensweise: Sie handeln aufgrund Ihrer Gefühle auf eine bestimmte Weise, zum Beispiel vor Freude an die Decke springen, so schnell wie möglich fliehen oder dem anderen einen Kinnhaken verpassen.
Es mag so aussehen, als ob die Umstände Ihre emotionale Reaktion oder sogar Ihre Verhaltensweise verursacht hätten. Wenn also Ihre Freundin Ihr Benehmen kritisiert, werden Sie vielleicht ärgerlich und verlassen das Restaurant. Später meinen Sie dann vielleicht, dass Ihre Freundin sie ärgerlich gemacht hat oder dass Sie das Restaurant wegen Ihr verlassen mussten. Im Grunde war es jedoch Ihre Überzeugung, dass niemand das Recht hat, Ihre Manieren in Frage zu stellen, dass Sie recht haben, wie zum Beispiel Ihre Angewohnheit mit offenem Mund zu essen. "Das ist unhöflich und untragbar."

Sie haben also Ihre eigene Reaktion damit geschaffen, was Sie sich selbst gesagt haben. Das ist vielleicht sofort und unterhalb der Ebene Ihres Bewusstseins geschehen, aber da war Ihre innere Stimme, die Ihnen diese Dinge gesagt hat. Tatsächlich hatten Sie jedoch andere Entscheidungsmöglichkeiten. Sie hätten zuhören und ihren Standpunkt verstehen können - dann hätten Sie immer noch eine Freundin und hätten etwas Nützliches gelernt. Und Ihre Freundin würde wieder Respekt und Liebe für Sie empfinden.

Ihre innere Stimme kann Sie in ziemliche Schwierigkeiten bringen oder sie kann eine positive Einstellung schaffen, die die Art, wie Sie Ihr Leben erleben, verändert. Das Geheimnis ist, im Augenblick zu bleiben, bewusst zu bleiben und zu erkennen, wenn Ihre Stimme alte Bänder abspult und Unsinn redet, wenn sie intolerant ist, übertreibt oder überreagiert.

Sie sind Liebe; wenn Ihre Gedanken wertend sind und sich dem widersetzen, was ist, daran können Sie erkennen, dass das nicht Ihr wahres Selbst ist. Daher mein Rat an Sie: wenn es nicht Liebe ist, STOP, nehmen Sie sich in diesem Moment zusammen und überlegen Sie nochmals.